Mineraliengewölbe

Das Sammeln als notwendiger Urinstinkt des Menschen während der Zeit der Jäger und Sammler sicherte neben dem Jagen das Überleben unserer Vorfahren. Die Sammler als unverzichtbarer Bestandteil der Gemeinschaft trugen so entscheidend für die Lebensqualität und das Ansehen der Gruppe bei. Mit der Zeit entdeckte der frühe Mensch andere Eigenschaften von Dingen, welche nicht ursächlich für das Überleben notwendig waren. In den Taschen der Sammler verschwanden nun auch Objekte, die einen höheren Gehalt als nur den einfachen Nutzen hatten.

Das Phänomen des Sammelns, Motive, Lernprozesse und Gefühle, die mit dem Sammeln verknüpft sind, bilden dabei auch den Kontext des Mineraliengewölbes, da die Ausstellung selbst auf den uralten Sammeltrieb eines privaten Sammlers zurückzuführen ist. 2010 stellte Dr. Edgar Schramm seiner Heimatstadt Oelsnitz eine 400 Stücke umfassende Sammlung vogtländischer Mineralien zur Verfügung, um sie in einer ständigen Ausstellung auf Schloß Voigtsberg der Nachwelt zu erhalten und der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Als Sitz des Bergamtes bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts, bietet Schloß Voigtsberg mit den Gewölberäumen der Kernburg den historischen Rahmen und das besondere Ambiente für die Exponate.

Kostbare Mineralien aus dem sächsischen Vogtland sind in ihrer Vielfältigkeit zu bewundern. In speziell gestalteten Vitrinen und mit Informationen zu den jeweiligen Fundpunkten versehen sind Kostbarkeiten wie Baryt aus Zobes, Wavellit aus Schloditz oder auch Fluorit aus Schönbrunn zu bestaunen - Seltenheiten, die hier ihre Heimstätte gefunden haben und die Faszination des Sammelns verstehen lassen.

Im Hintergrund der attraktiv bestückten Vitrinen, in denen die Mineralien wirkungsvoll in Szene gesetzt sind, finden sich blaue Gestalten, die das Sammeln – als vielschichtigen Prozess verstanden – zugespitzt, teils frech, kommentieren und hinterfragen. Ähnlichkeiten oder gar Übereinstimmungen zwischen den Eigenschaften der fast mannshohen Blaumänner und jenen vereinzelter lebender Sammler sind daher weder zufällig noch unbeabsichtigt.