Mittelalterliche Kernburg

Die mittelalterliche Kernburg ist das Herzstück der Anlage. Hier befinden sich u.a. die Schösserstube mit Turmzimmer, der Rittersaal und der Fürstensaal mit der Kapelle St. Georg sowie das Mineraliengewölbe im Burgkeller. Wechselnde Sonderexpositionen werden in der Aula der Kernburg präsentiert, von der aus unsere Aussichtsplattform zugänglich ist. Sie ersetzt den einstigen Südturm der Anlage und ermöglicht heute einen breiten Blick über Oelsnitz/Vogtl. und Umgebung.

Die einzigartige Schösserstube aus dem Jahr 1637 präsentiert sich mit einer aufwendig bemalten, frühbarocken Holzbalkendecke, Wandmalereien, einem originalen, hölzernen Wandschrank und einer erhaltenen Fenster-Sitznische. Direkt an die Schösserstube angeschlossen, erzählt das ebenfalls aufwendig ausgemalte Turmzimmer mit Hilfe seiner erhaltenen Metallverankerungen an der Decke von seiner einstigen Doppelnutzung als Vorratskammer und Speisezimmer.

Der 1774 errichtete Fürstensaal ist nicht nur der größte Raum innerhalb der Kernburg, sondern zugleich neue Heimat eines von Tizian geschaffenen, lebensgroßen Bildnisses der Katharina von Österreich (1533-1572). Freigelegte, historische Bausubstanz ermöglicht hier wie an zahlreichen anderen Stellen einen ganz besonderen Blick in die Vergangenheit.

Zum einen öffnet sich der Fürstensaal nach Westen zum sog. Rittersaal mit seiner originalen, teils bemalten Lehmwickeldecke und ebenfalls erhaltenen Wandmalereien, zum anderen zur gotischen Kapelle St. Georg (1327) an der Ostwand des Saales. Sie beherbergt eine Reihe weiterer Kunstschätze, darunter ein Tafelgemälde von Lucas Cranach d. Ä. und eine Skulptur des Hl. Georg mit originaler Farbfassung aus dem 15. Jahrhundert.

Mittelalterliche Schleudersteine, Treppenaufgänge, die ins Nichts führen, oder ein im Keller verbautes Steinbogen-Portal aus dem 13. Jahrhundert - auf dem Rundgang innerhalb der Kernburg offenbaren sich die einzelnen Bauphasen der Kernburg, die Geschichte und Geschichten präsent machen.

Aus der ersten Bauphase, vor 1249, stammt der heute noch über die Kernburg thronende Bergfried mit einer jetzigen Höhe von über 20 Metern, einem Durchmesser von 9,70 Metern und einer Wandstärke von 3,50 Metern.